GreenART / Art for Future                                  Intention

Wenn die Politik versagt, ist die Kunst gefragt!

 

"Nein, die Malerei ist nicht dazu da, die Appartements zu schmücken. Sie ist eine Waffe...". (Pablo Picasso)

Kunst sollte demnach mehr sein als nur ein Dekorationsartikel zur Verschönerung des Heims. Neben l´art pour l´art gehört es nämlich u.a. auch zu den wesentlichen Aufgabenfeldern der Kunst, als "interdisziplinäre Sprache zwischen Mensch und Natur" (Beuys) bzw. als "Brücke zwischen Mensch und Natur" (Hundertwasser) zu dienen und in dieser Funktion u.a. auf Missstände, wie das Versagen beim Klima,- Natur- und Umweltschutz, aufmerksam zu machen. Kritik ist ein wichtiges künstlerisches Mittel, um Dinge sichtbar zu machen und die Welt zu deuten. So beschäftigte sich die documenta 14 in Kassel mit den Krisen der Welt, und auf der 58.Kunstbiennale in Venedig wurde der Länderbeitrag aus Litauen, eine Performance zum Thema Klimawandel, mit dem "Goldenen Löwen" ausgezeichnet.

Kunst kann zwar die Welt nicht ändern, aber sie kann mithelfen, die Mitmenschen wach- und aufzurütteln und die Politiker zu drängen, endlich wirkungsvoll tätig zu werden.

 

Bereits vor mehr als 200 Jahren hatte nämlich der weltberühmte Naturforscher Alexander von Humboldt (1799-1804) den vom Menschen gemachten Klimawandel geahnt, also lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab. Er sprach von "Menschenunfug, der die Naturordnung stört" und erkannte drei elementare Faktoren, durch die der Mensch das Klima verändert: Das Fällen der Wälder, das Umverteilen von Gewässern und der Ausstoß von Gasen durch die frühe Industrie.

 

1896 hat dann der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete schwedische Wissenschaftler Svante Arrhenius (1859-1927), ein Vorfahre der weltbekannten Klimaaktivistin Greta Thunberg (16), erstmals den durch Kohlenstoffdioxid verursachten Treibhauseffekt berechnet.

 

Erstaunlicherweise war auch bereits im Mai 1899, also vor 120 Jahren, in einem Leitartikel der "New York Tribune" zu lesen, die Menschheit werde "Kongresse abhalten und Beschlüsse erlassen und Gesetze verfügen und große Summen von Geld ausgeben, um den Unfug ungeschehen zu machen und unsere Atmosphäre wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen".

(Quelle: greenpeace / GEO)

 

Geschehen ist jedoch seither leider nicht allzu viel. Im Gegenteil, der CO²-Gehalt in der Atmosphäre steigt seit rund 40 Jahren rapide an. Das sollte uns zu denken geben..! Vor allem jedoch erscheint es nunmehr ziemlich unwahrscheinlich, dass nach dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen die gesteckten Klimaziele noch erreicht werden können, zumal die USA einer der größten Produzenten von Treibhausgasen sind. Obwohl Kohlekraftwerke zu den schlimmsten Luftverschmutzern gehören, sind derzeit weltweit 1 380 neue in Planung. Auch ist der tropische Regenwald in Brasilien, die "Lunge" unseres Planeten, nach dem Amtsantritt des rechtspopulistischen Präsidenten Bolsonaro massiv gefährdet, da seither die Abholzung und Brandrodung gegenüber dem Vorjahr um 80 Prozent zugelegt hat. Seit dem letzten Jahr haben rund 70.000 Brände stattgefunden.

 

So sind sich 97 % aller Klimatologen darüber einig, dass ein vom Menschen verursachter Klimawandel stattfindet. Dabei bleibt uns nach Einschätzung des Weltklimarats IPCC voraussichtlich nur mehr bis 2030 Zeit, also etwa 11 Jahre, bis Kipp-Punkte erreicht werden, bei deren Überschreitung es dann kein Zurück mehr geben wird und ab denen es dann zu einem Dominoeffekt und somit unvermeidlich zur Katastrophe kommen dürfte.

 

"Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel zu spüren bekommt, und zugleich die letzte, die dagegen etwas unternehmen kann."

(Claus Kleber, ZDF-Moderator)

 

"Wir rasen wirklich auf eine Wand zu. Und der Crash könnte letztlich das Ende unserer Zivilisation herbeiführen."

(Prof.Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Professor für Theoretische Physik, eremitierter Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Berater der Bundesregierung, der UNO sowie von Papst Franziskus in Sachen Klimaschutz)

 

"Klimaschutz ist eine Frage von Leben und Tod".

(Antonio Guterres, UN-Generalsekretär)

 

Man kann nun diese Tatsache entschieden bestreiten, man kann sie auch einfach ignorieren bzw. aus dem Bewusstsein verdrängen, man kann sich aber auch entschließen, seinen Beitrag zu leisten, damit die katastrophalen Folgen, die auf uns oder unsere Kinder und Nachkommen dann zukommen würden, verhindert oder zumindest abgemildert werden.

 

So ist der Klimawandel für den vor kurzem verstorbenen Astrophysiker Stephen Hawking, einer der größten Wissenschaftler unserer Zeit, mit ein Grund, weshalb die Erde bereits in 100 Jahren unbewohnbar sein könnte und die Menschen bald schon fremde Himmelskörper besiedeln müssen. Die Erde könnte nämlich zu einem Planeten wie die Venus werden, mit Temperaturen von mehr als 250 Grad Celsius.

(Quelle: dpa-Meldungen vom 06.05. / 03.07.2017)

 

Es ist aber auch noch ein anderes Schreckensszenario möglich, das wohl noch wahrscheinlicher sein dürfte: So haben u.a. Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in der jüngsten Studie festgestellt, dass sich - vermutlich bedingt durch den Klimawandel - der Golfstrom verlangsame. Würde dieser infolge der prognostizierten Heißzeit dann tatsächlich zum Erliegen kommen, könnte sich in der nördlichen Hemisphäre eine neue Eiszeit entwickeln.

So ist der Golfstrom im Laufe der Klimageschichte der Erde schon mehrfach durch starken Schmelzwasserzufluss zum Erliegen gekommen, was jeweils eine Eiszeit zur Folge hatte.

In diesem Fall würde ganz Mittel- und Nordeuropa unter einem Eispanzer liegen und wäre unbewohnbar.

(Quelle: home.1und1.de / web.de / Spiegel)

 

Vielleicht sollten sich somit auch die großen Kunstsammler einmal Gedanken machen, ob es allein schon wegen des Meeresspiegelanstiegs nicht doch sinnvoller wäre, in eine Kunstrichtung zu investieren, die sich mit dem Klima-, Umwelt- und Naturschutz beschäftigt. So haben beispielsweise viele in Hongkong lebende chinesische Milliardäre einen großen Teil ihres Vermögens währungssicher in zeitgenössischer Kunst angelegt und ihre Kunstschätze in einem riesigen Tresorgebäude deponiert. Bezeichnenderweise wurde dieses aus steuerlichen Gründen auf dem Gelände des neuen Flughafens von Hongkong, einer z.T. aufgeschütteten Insel, gebaut. Diese Insel liegt jedoch gerade mal sieben Meter über dem Meeresspiegel, so dass bei einem Anstieg als Folge des Abschmelzens der Polkappen und Gletscher das Gebäude durch eindringendes Grundwasser geflutet werden dürfte. Einer von 13 US-Behörden veröffentlichten Studie zufolge dürfte nämlich der Meeresspiegel noch in diesem Jahrhundert um bis zu 2,44 m steigen. Einige Klimaforscher halten sogar einen Anstieg auf bis zu 5 m für möglich. So lag der Meeresspiegel vor drei bis fünf Millionen Jahren, als die Erde derart hohe CO²-Konzentrationen aufwies wie heute, bis zu 25 m (!) höher als heute.

 

Der vom Menschen verursachte Klimawandel stellt jedoch nur eine von vielen "Sünden" dar, die der Mensch im Umgang mit der Umwelt und Natur begeht (siehe "Informationen / Klima-, Natur- und Umweltschutz als künstlerische Intention").

Prof.Dr. Harald Lesch, der derzeit wohl bekannteste deutsche Naturwissenschaftler, hat deshalb auch seinen vor 2000 Studenten an der TU München gehaltenen und auf Youtube veröffentlichten Vortrag wie folgt betitelt:

 

"Die Menschheit schafft sich ab".

 

Wir leben nun mal im Zeitalter des Egoismus, in dem Wohlstand wichtiger ist als Umwelt-, Arten und Klimaschutz. "America first" ist eine typische Metapher hierfür.

 

Erfreulicherweise wird die ganze Problematik auch von Adam Szymcyk, künstlerischer Leiter der documenta 14, welche die Krisen der Welt in den Blick nahm, ähnlich gesehen, indem er in seiner Rede zur Eröffnung der documenta in Athen am 06.04.2017 forderte: 

 

"Wir müssen wieder Verantwortung übernehmen und wie politische Subjekte handeln, anstatt das einfach den gewählten Vertretern zu überlassen."

 

Joseph Beuys war deshalb nicht nur ein "Mahner", der sich im Rahmen seines Engagements für den Klima-, Umwelt- und Naturschutz v.a. für eine verstärkte Förderung der problemlösungsorientierten Kreativität einsetzte, er war auch ein "Macher", der mit gutem Beispiel voranging und mit seinen spektakulären Baumpflanzaktionen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leistete.

 

BeuysHundertwasser, HA Schult und vor allem auch mein ehemaliger Kunstprofessor K.F. Dahmen (bedeutender Vertreter des Informel - rechts) sind als Protagonisten auf dem Sektor Umweltkunst für mich persönlich nachahmenswerte Vorbilder.

 

"Was natürlich sehr wichtig war, ist diese Landschaft, wie ich sie vorfand, und die mir sehr entgegenkam, indem mir von der Farbe her eine ganz spezifische Situation angeboten wurde durch die Abhalden und die großen Braunkohlegebiete." (...)

"Ich male keine Landschaft, ich mache sie."

(K.F. Dahmen)

 

Und nicht zuletzt bin ich - als leidenschaftlicher Erfinder (zahlreiche Patente) und Kreativitätsförderer - ein großer Bewunderer von Leonardo da Vinci, größtes Universalgenie aller Zeiten, der sich von frühester Jugend an bei vielen seiner unzähligen Erfindungen an den von der Natur im Laufe der Evolution hervorgebrachten Entwicklungen orientiert hat, weshalb er wohl als erster Bioniker gelten dürfte, und der mit seinen genialen Ideen seiner Zeit um viele Jahrhunderte voraus war.

 

"Und, getrieben von meiner Neugierde, zog ich aus, die von der sinnreichen Natur geschaffene große Menge vielfältiger und eigentümlicher Formen zu betrachten."

(Leonardo da Vinci)

 

Der Mensch ist die einzige Spezies, der es gelingen könnte, ihren eigenen Lebensraum zu zerstören. Die Natur kommt gut ohne den Menschen aus, aber der Mensch ist auf die Natur dringend angewiesen, um überleben zu können.

 

Mit meinen Installationen, Objekten, Bildern, Digitaldrucken und Fotografien möchte ich demnach neben Seherlebnissen vor allem Denkanstöße vermitteln und zugleich dazu motivieren, sich aktiv für den Erhalt einer intakten Umwelt und insbesondere für den Arten- und Klimaschutz einzusetzen.

 

 

„Das müsste gar eine schlechte Kunst sein, die sich auf einmal fassen ließe, deren Letztes von demjenigen gleich geschaut werden könnte, der zuerst hereintritt“.

 

Damit bringt Johann Wolfgang von Goethe in „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ zum Ausdruck, dass Kunst der Aufforderungscharakter zu einer intensiven Beschäftigung mit einem Werk zu eigen ist. Üblicherweise obliegt es den Kunstkritikern, mögliche Interpretationen bzw. einen Schlüssel zum Kunstwollen eines Künstlers zu liefern. Dennoch ist und bleibt ein wichtiges Kennzeichen von Kunst deren Uneindeutigkeit.

 

Titel sollten demnach die Phantasie des Betrachters nicht allzu sehr einschränken, weshalb auch einige meiner Arbeiten unbetitelt sind. Der Großteil nimmt jedoch direkten Bezug auf die aufsehenerregende Umwelt-Enzyklika „Laudato si`“ von Papst Franziskus, in der er eine ökologische Umkehr dringend anmahnt:

 

"Wenn wir die Natur zerstören, wird sie uns zerstören." ...

 

"Der Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen; er stellt eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit dar."

 

Dies ist zum einen als Hommage an Papst Franziskus zu werten, der von seinem ökologischen Berater, dem renommierten Klimaforscher Prof. Hans Joachim Schellnhuber (u.a. Kulturpreisträger des Landkreises Passau) sogar als „Glücksfall der Geschichte“ bezeichnet wird, und der für mich eine der faszinierendsten lebenden Persönlichkeiten ist. Zum anderen ist es als Aufforderung zu verstehen, sich mit den profunden Aussagen von Papst Franziskus zur Umwelt- und Klimaproblematik intensiver auseinanderzusetzen.

 

Aus diesem Grund arbeite ich auch bevorzugt mit Gestaltungsmaterialien, die einen Zusammenhang mit dem Klima-, Umwelt- und Naturschutz assoziieren lassen. So verwende ich bei meinen plastischen Arbeiten für den Innenbereich als Werkmaterial vorwiegend den nachhaltigen Werkstoff Holz, und zwar nicht im Original, sondern in Form von in einem Recyclingprozess aufbereiteter, leimgebundener Zellulose. Bei den Plastiken bzw. Skulpturen für den Außenbereich arbeite ich mit Holzbeton, also zementgebundenen Sägespänen.


Aufgewachsen in einem Forsthaus, hatte ich schon von Kindheit an eine große Affinität zu Holz, Bäumen und dem Wald generell. War der Wald damals für mich noch in erster Linie ein erlebnisreicher Abenteuerspielplatz, so setzte ich mich später, als dieser in den Fokus der Wissenschaft rückte und seine Bedeutung auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel offenbar wurde, näher mit diesem geheimnisvollen Universum auseinander. So bin ich heute zu der festen Überzeugung gelangt, dass wir Menschen viel von der Lebensgemeinschaft Wald lernen könnten.

 

So spielt bei meinen Arbeiten noch ein weiteres Naturprodukt, das sog. Islandmoos bzw. die Rentierflechte ("Cladonia stellaris"), eine wichtige Rolle. Dieses Naturprodukt, das zwar aussieht wie Moos, jedoch aus biologischer Sicht zur Gattung der Flechten und somit zu den Pilzen gehört, findet sich im gesamten Polarkreis, wird dort seit rund 100 Jahren nachhaltig geerntet und wird auch dort in einem umweltfreundlichen Spezialverfahren konserviert. Flechten, die als Bioindikatoren für saubere Luft und ein intaktes Ökosystem stehen, zählen zu den längstlebigen Lebewesen überhaupt und können bis zu 1000 Jahre alt werden. Flechten weisen neben ihrer CO²-Assimilationsfähigkeit sowie einer hervorragenden Schalldämmung u.a. die phantastische Eigenschaft auf, hygroskopisch zu wirken und somit das Raumklima positiv zu beeinflussen. Zudem wirkt insbesondere „lebendiges“ Grün auch stimmungserhellend auf die Psyche des Menschen. Demnach ein sehr faszinierendes Werk- und Gestaltungsmaterial, das in meiner Arbeit symbolhaft für die Natur schlechthin steht.

Könnte durchaus sein, dass ich der erste akademische Künstler bin, der mit diesen konservierten Flechten als Gestaltungsmittel natürliches Material einsetzt und somit eine Symbiose von Kunst und Natur schafft.

 

Geradezu in krassem Gegensatz zu diesen organischen Naturprodukten steht das Gestaltungsmaterial Gold. Dieses Edelmetall übt wegen seiner unvergleichlich schimmernden und funkelnden Eigenschaft seit etwa 6000 Jahren auf die Menschen eine große Faszination aus und gilt nicht zuletzt aufgrund seiner Seltenheit als etwas überaus Wertvolles. So begann die Karriere des Goldes als Zahlungsmittel in Ägypten vor etwa 3400 Jahren v.Chr.. Später war die Suche nach Gold Triebfeder für die Eroberung ganzer Kontinente und führte die Menschen bis in die entlegensten Gebiete der Erde.


Gold wurde bis zum 15.Jahrhundert von vielen Künstlern eingesetzt, verschwand jedoch dann bis zum Entstehen des Symbolismus Anfang des 20.Jahrhunderts aus der bildenden Kunst. Seit den 1950er-Jahren wird Gold zunehmend von immer mehr Künstlern verschiedenster Stilrichtungen als Gestaltungsmittel verwendet.
Für mich ist das tradierte Material Gold das wohl geeignetste bildnerische Ausdrucksmittel, um dem Betrachter visuelle Erlebnisse und zugleich Denkanstöße zu vermitteln. Gold weist nämlich eine mit keinem anderen Material vergleichbare signifikante Ambivalenz auf:

Gold steht einerseits für etwas ganz Wertvolles, andererseits stellt es auch eine Metapher für die menschliche Gier dar. Wie sagte doch gleich Mahatma Gandi:

"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

Gerade diese ambivalente Eigenschaft ermöglicht es, die jeweilige Bildaussage wirkungsvoll zu verschlüsseln und somit beim Betrachter Denkprozesse zu initiieren.

 

Schließlich ist es mir auch noch ein Anliegen, meine Arbeiten im wörtlichen Sinne immer wieder in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. So wie von den im Freien installierten Skulpturen bzw. Plastiken bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen ständig wechselnde Sinneseindrücke ausgehen, so ist dies auch beim Fehlen von Tageslicht möglich. Viele meiner Objekte und Bilder sind nämlich mit moderner LED-Lichttechnik ausgestattet, die dem Betrachter die Möglichkeit bietet, je nach individueller Stimmungslage die optische Ausstrahlung des Werkes zu verändern.
Lichtkunst durch Kunstlicht ist seit der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts als außergewöhnliches Medium von vielen Künstlern entdeckt worden und findet allgemein großes Interesse.
Licht ist die optisch wirkungsvolle Umsetzung unsichtbarer Energie. So wie sich ein einzelner Sonnenstrahl in das gesamte Farbspektrum aufspalten lässt, so ist die unermessliche Energie, die mit dem Sonnenlicht transportiert wird, Grundvoraus-setzung für alles Leben auf der Erde. Demnach würde es offensichtlich sogar ausreichen, in der Sahara eine Fläche von gerade mal 300 x 300 km mit Solarmodulen zu bebauen, um den gesamten Energiebedarf der Welt zu decken.

 

 

Auch Joseph Beuys verknüpfte mit seiner Forderung der "Sozialen Plastik" die Hoffnung, dass die Kunst als interdisziplinäre Sprache zwischen Mensch und Natur in Bezug auf die bestehende Umweltproblematik vermitteln kann. Künstlerisches Schaffen sollte dabei nicht nur auf einen rein formalästhetischen Kunstbegriff beschränkt bleiben. Für ihn gehören Kunst, Kreativität und Naturprozesse untrennbar zusammen. So verweist z.B. seine 1968 entstandene Skulptur "Erdtelephon" auf den gestörten Draht zwischen Natur und Technik: Um den Anschluss an die Erde wiederzufinden, ist ein Telefon an einen Erdklumpen mit Strohbündel angeschlossen.

 

Erklärtes Ziel meiner eigenen künstlerischen Arbeit ist es nun, aufbauend auf dem Kunstwollen von Joseph Beuys eine innovative und zugleich jedoch auch möglichst formalästhetisch ansprechende Gestaltung zu schaffen, die Anstöße zur Reflexion über die Klima- und Umweltproblematik liefert. Der kommunikative Gedanke ist mir demnach mindestens ebenso wichtig wie das Schaffen von optisch ansprechenden Arbeiten, die v.a. eine Deko-Funktion zur Verschönerung des heimischen Umfelds zu erfüllen haben.

 

Erfreulich, dass sich insbesondere in Übersee seit einigen Jahren eine neue Kunstrichtung entwickelt, die aufbauend auf Gestaltungsprinzipien der „LandArt“ unter der Bezeichnung „environmental-art“ oder „eco art“ den Umweltschutz zum Thema hat. Diesem Ziel dienen im weitesten Sinne auch Kunstströmungen wie "Öko-Kunst", "BioArt", "Art-d`Eco", "Earthworks", "Ecoventions", "SculptingNature", "Botanical Projects", "Social Landart", "artecology", "Arte Sustenible","Kunst in der Natur", "Naturarte", "Nachhaltige Kunst", "Kunst und Nachhaltigkeit", "Umweltkunst" oder "Kunst und Umwelt".

Dies alles stimmt sehr hoffnungsvoll und zeigt auf, dass engagierte Kunst bzw. Kunst, die sich mit umweltbezogenen Themen befasst, zu einem wichtigen Bestandteil zeitgenössischer Kunst geworden ist. Ich hoffe aber dennoch, dass sich in Zukunft noch mehr Kunstschaffende mit ihrer Arbeit ganz im beuysschen Sinne für den Klima-, Umwelt- und Naturschutz und somit letztlich auch "zum Wohl der Gemeinschaft" (Beuys) engagieren werden.

 

Als ich vor 35 Jahren mein Förderprojekt "jugend creativ" gegründet habe, dürfte ich - wie auf einem 1991 in Tokio stattgefundenen Symposium festgestellt wurde - wohl der erste (Kunst-)Lehrer gewesen sein, der die Forderung von Joseph Beuys hinsichtlich einer umfassenden und demnach auch die problemlösungsorientierte Kreativität einschließenden Förderung der kreativen Anlagen von jungen Menschen so gut wie möglich in die Tat umgesetzt hat.

Dieses Förderprojekt, für das ich zahlreiche Auszeichnungen erhalten habe, ist dann schließlich auch zu einem wohl einzigartigen Erfolgsmodell geworden (vgl. Bereiche "vita" und "Informationen / pädagogische Tätigkeit / Chronik..."). Erfreulicherweise engagieren sich nämlich mittlerweile unzählige Lehrkräfte sowie viele Organisationen, Stiftungen, Vereine, Firmen und sogar das Bundesministerium für Bildung und Forschung zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft in dieser Richtung. Auch sind sogar im bayerischen Gymnasiallehrplan für die Unterrichtsfächer "Kunsterziehung" und "Natur und Technik" entsprechende Lernziele und Lerninhalte verankert.

 

Ich bin deshalb recht zuversichtlich, dass es eines Tages auch gelingen wird, die vorgenannten Kunstrichtungen unter den (einprägsamen) Oberbegriffen "GreenART" bzw. "Art for Future" zu vereinen, denn gemeinsam ist man einfach stärker...

Es wäre demnach sicher auch im Sinne von Joseph Beuys, wenn sich möglichst viele Kunstschaffende, denen bewusst ist, dass wir auf eine ungeheuere Katastrophe zusteuern und denen deshalb der Klima-, Umwelt- und Naturschutz ein besonderes Anliegen ist, untereinander vernetzen würden.

 

Jedenfalls sollten die eingangs erwähnten Zitate von Claus Kleber, Antonio Guterres und Prof. Hans Joachim Schellnhuber uns allen - nicht zuletzt den Kunstschaffenden und Kunstinteressenten - eine eindringliche Mahnung sein. Erfreulicherweise scheinen zumindest die jungen Leute den Ernst der Lage erkannt zu haben. So sind weltweit hundertausende Schüler dabei, dem Beispiel von Greta Thunberg (16) aus Schweden ("Fridays for Future") zu folgen und für den Klimaschutz zu streiken. Andere Schüler engagieren sich, indem sie - wie Felix Finkbeiner - im Rahmen von Baumpflanzaktionen den Klimawandel zu bekämpfen versuchen. In den USA gibt es seit 2017 die von dem 16-jährigen Jamie Margolin gegründete Zero Hour-Bewegung, die landesweit Protestaktionen durchführt, während die 22-jährige Kelsey Juliana, die sich bereits als Zehnjährige für den Klimaschutz eingesetzt und später gemeinsam mit 20 jungen Amerikanern die Bewegung "Youth v. Gov" gegründet hat, nun die US-Regierung wegen des Klimawandels verklagt. Der "Prozess des Jahrhunderts" soll am 29. Oktober starten. (Siehe hierzu auch "Informationen / Klimaschutz...")

 

Und nicht zuletzt zeigen auch die Protestaktionen beim Tagebau Hambach bzw. Hambacher Forst, die einen Kohleausstieg zum Ziel haben, die große Demo (35.000 Teilnehmer) in Berlin für eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft, das erfolgreiche Volksbegehren in Bayern zu mehr Artenschutz und der Aufschwung, den die GRÜNEN z.Zt. erfahren, dass eine neue Umweltbewegung im Entstehen ist.

 

Es wäre demnach wünschenswert, wenn auch auf dem Kunstsektor ein verstärktes Engagement für den Klima-, Umwelt- und Naturschutz erfolgen und das mit dem Begriff "Soziale Plastik" bezeichnete Kunstwollen im beuysschen Sinne weitergeführt würde. Vielleicht gelingt es ja sogar, aufbauend auf dem "erweiterten Kunstbegriff" von Joseph Beuys, eine starke, Ländergrenzen überschreitende Bewegung entstehen zu lassen, aus der sich dann eines Tages eine neue bedeutsame Kunstrichtung entwickelt:

 

"GreenART" oder "Art for Future" bzw. "Artists for Future" - als Ausdruck für Umweltbewusstsein und aktiven Umweltschutz.

 

 

(Foto Dahmen: Rolf-Günter Dienst. K.F. Dahmen. Verlag Bruckmann München 1972

Buch: Leonardo. Forscher, Künstler, Magier. Ladislao Reti. S. Fischer Verlag Frankfurt a.M. 1974

Buch: Papst Franziskus, Enzyklika "Laudato si`", 2015, St.Benno Verlag Leipzig,

ISBN 978-3-7462-4288-0, VK: 6,95 EUR.

Foto Beuys: Ronald Feldman Fine Arts, New York; aus Wikimedia Commons - CC-Lizenz)

 

 

(Logo: Ute Pfeuffer)

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