Greta Thunberg - couragierte Klimaaktivistin und Initiatorin der weltweiten Schülerstreiks "Fridays for Future"

 

Ein leuchtendes Vorbild für ein wirkungsvolles Klimaschutz-Engagement ist die mittlerweile  16-jährige Greta Thunberg (* 03.01.2003) aus Schweden, die seit dem 20.August jeden Tag bis zur schwedischen Parlamentswahl im September vor dem Parlament in Stockholm streikte. Dass sie dabei einen Verstoß gegen die auch in Schweden übliche Schulpflicht beging, nahm sie in Kauf:

 

"Wir Kinder tun oft nicht das, was ihr Erwachsenen von uns verlangt. Aber wir ahmen euch nach. Und weil ihr Erwachsenen euch nicht für meine Zukunft interessiert, werde ich eure Regeln nicht beachten."

 

 

Hierzulande würde bei einem derart langen Fernbleiben von der Schule neben schulischen Sanktionen ein Bußgeld bis zu einer Höhe von

2 500 EUR drohen... 

Deshalb - chapeau, schwedische Schulbehörden, für die gezeigte Nachsicht bzw. Weitsicht!

 

Seither ging Greta nur mehr freitags nicht zur Schule.

 

Für Ihre Reisen zu Kongressen erhielt sie von ihrer Schule eine offizielle Genehmigung.

 

Um sich in Zukunft noch stärker für den Klimaschutz einsetzen zu können, hat sie sich nun entschlossen, nach dem Abschluss der 9.Klasse ein Jahr Auszeit zu nehmen bzw. erst in einem Jahr aufs Gymnasium zu wechseln.

 

Übrigens kommen für alle Auslagen wie Zugtickets und Übernachtungen ihre Eltern auf.

 

(Foto: Anders Hellberg, CC By-SA 4.0 -Lizenz)

 

 

 

 

 

Greta, Tochter einer Opernsängerin und eines Schauspielers, ist väterlicherseits mit dem schwedischen Chemie-Nobelpreisträger Svante Arrhenius (1859-1927) verwandt, der 1896 erstmals den durch Kohlenstoffdioxid (CO²) bewirkten Treibhauseffekt berechnete.

 

(Foto: gemeinfrei)

 

Angeregt durch den Schulunterricht soll sie sich im Alter von acht Jahren erstmals mit dem Klimawandel beschäftigt haben. Eigenen Angaben zufolge begann sie ihr Engagement für den Klimaschutz zunächst damit, im Haus verstärkt auf Energieeinsparung zu achten. 

Im Alter von 11 Jahren wurde sie durch die Beschäftigung mit dem menschengemachten Klimawandel sogar depressiv, hörte auf zu sprechen und zu essen und musste in ärztliche Behandlung, worauf dann später das sog. Asperger-Syndrom diagnostiziert wurde.

 

Anm.:

Menschen mit diesem Syndrom weisen häufig eine sehr hohe Intelligenz auf. Sie haben z.T. Probleme, soziale Kontakte zu knüpfen und sehen sich gezwungen, bei der Konfrontation mit einem Problem bis zu dessen Kern vorzudringen. Sie können sich grundsätzlich nicht mit Missständen abfinden und fühlen sich genötigt, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. (Wenn doch nur auch einige unserer Politiker dieses Syndrom hätten...!!)

In einem ZDF-Interview hat Greta dargelegt, wie sich diese Eigenschaften auf ihr Engagement für den Klimaschutz ausgewirkt haben (siehe Link am Schluss der Seite! Über diesen Link kann man übrigens auch noch weitere ZDF-Beiträge über Greta aufrufen).

 

Am ersten Schultag nach den Sommerferien, den 20.August 2018, begann sie mit ihrem öffentlichen Protest vor dem Schwedischen Reichstag, was Kritik nicht nur bei den Lehrern, sondern auch bei ihren eigenen Eltern hervorrief. Diese waren nämlich alles andere als Klimaaktivisten gewesen, bevor sie von Greta auf das Problem aufmerksam gemacht wurden.

 

Bei ihrer Idee zu einem Schulstreik hat sie sich - nach eigener Aussage - von den Schülern in der US-Stadt Parkland inspirieren lassen, die nach einem Amoklauf an ihrer Schule für schärfere Waffengesetze in den Ausstand getreten waren. Da sie keine Mitstreiter fand, habe sie dann alleine mit ihrer Streikaktion begonnen.

Sie sei so frustriert darüber gewesen, dass nichts gegen die Klimakrise unternommen worden sei, dass sie einfach etwas tun musste.

 

Nachdem sie auf Twitter und Instagram davon berichtet hatte, fanden sich alsbald Nachahmer, zunächst in Schweden, wo sich Schüler vor den Rathäusern hunderter Kommunen ihrem Protest anschlossen.

Kurze Zeit später schwappte die Protestwelle über auf andere Staaten, darunter Finnland, Dänemark, Belgien und Frankreich. So sprach sie beispielsweise in Helsinki am 20.10.2018 vor mehr als 10 000 Menschen (siehe www.fridaysforfuture.org). Bis Anfang Dezember hatten sich Gretas Streikaktion zigtausend Schüler in rund 270 Städten angeschlossen.

 

Nachdem sich die Proteste auch auf Australien ausgeweitet hatten, beschwerte sich Premierminister Scott Morrison. Die Schüler sollten zur Schule gehen und weniger Aktivismus an den Tag legen, meinte er.

Via Twitter antwortete Greta trocken: "Sorry Mr Morrison. Können wir nicht erfüllen."

 

Mittlerweile gibt es nahezu weltweit Schülerstreiks, und zwar - dem Beispiel Gretas folgend - i.d.R. immer freitags - unter dem Motto "Fridays for Future". Seit September 2018 erfreulicherweise auch in Deutschland (Berlin). So fanden am Freitag, den 14.12.2018, dem letzten Tag der UN-Klimakonferenz in Katovice, in 14 Städten Streiks statt, so u.a. in München, Stuttgart, Osnabrück, Berlin, Aachen, Hamburg und Frankfurt. Auch in den Weihnachtsferien gab es Freitags-Demonstrationen. Das Motto:

"Wir streiken, bis ihr handelt."

 

Am 18.01.2019 fanden die bislang größten Schülerstreiks in Deutschland statt: In mehr als 50 Städten streikten rund 12 000 Schüler für den Klimaschutz (siehe Google / Bilder).

 

Auch bei uns im Landkreis Passau sind die "Fridays for Future"-Streikaktionen nunmehr angekommen. So beteiligten sich am 01.02.2019 in Vilshofen rund 150 Schüler an einem Schulstreik.

1 300 demonstrierende Schüler aller Schularten waren es sogar bei der am 08.02.2019 in Passau stattgefundenen Protestveranstaltung. Erfreulicherweise erhielten hierzu - laut PNP - alle teilnehmenden Schüler von ihren Zivilcourage zeigenden Schulleitern eine offizielle Unterrichtsbefreiung - mit Ausnahme der Passauer BOS/FOS sowie der Gymnasien in Simbach/Inn und Eggenfelden.

(Quelle: PNP vom 02.02./09.02.2019)

 

Auch in anderen bayerischen Städten fanden am 08.02.2019 "Fridays for Future"-Demos statt. So sollen sich z.B. in Regensburg rund 1 200 und in Garmisch sogar 1 300 Schüler beteiligt haben.

 

Nach Brüssel, Paris und Antwerpen kam Greta am 01.03.2019 auch noch nach Hamburg, um an einer Demo von Schülern teilzunehmen. Die Hamburger Schulbehörde hatte im Vorfeld potentiellen "Schulschwänzern" drastische disziplinarische Konsequenzen angekündigt - vom Elterngespräch, über Einträge ins Zeugnis, 0 Punkten bei versäumten Klausuren bis zu möglicherweise 0 Punkten für das Mündliche. Die Schulaufsicht werde es auch ahnden, sollte ein Schulleiter Schüler für die Demo befreien. Dies hat jedoch rund 4 000 Schüler nicht davon abgehalten, dem Schulunterricht fernzubleiben, um gemeinsam mit Greta zu demonstrieren. Bei der Schlussveranstaltung hielt Greta dann auch noch eine kurze Rede, die sie mit einem freundlichen "Moin!" einleitete und in der sie warnte:

"Ihr sägt an dem Ast, auf dem wir sitzen!" ... "Wir werden weiter streiken, bis sie etwas unternehmen". ... "Sie haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht, wir schon. Wir werden weitermachen, bis sich etwas ändert".

(Quelle: ndr-nachrichten vom 01./02.03.2019)

 

Angesprochen auf die demonstrierenden Schülern angedrohten Schulstrafen, meinte sie:

"Ich finde es schlecht, dass Schüler dafür bestraft werden, wenn sie für ihre Zukunft kämpfen." Dass Schüler neben ihrem Kampf für ihre Zukunft auch gegen die Erwachsenen kämpfen müssten, sei nicht fair.

(Quelle: ndr-Interview vom 02.03.2019)

 

(Quelle: screenshot tagesschau vom 01.03.2019)

 

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) pochte zuletzt auf die Einhaltung der Schulpflicht, während Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) die Demos verteidigte. Es brauche junge Leute, die sich für die Zukunft einsetzen.

(Quelle: ZDF-Nachrichten vom 01.03.20129)

 

Auch in Schleswig-Holstein gab es jüngst Anerkennung für die Schüler, die sich für besseren Klimaschutz engagieren. So sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU), dass sie es klasse finde, dass sich Schüler auch in Schleswig-Holstein aktiv für ihre Zukunft einsetzen.

(Quelle: ndr.de/nachrichten vom 28.02./01.03.2019)

 

Auch Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hat die "Fridays-for-Future"-Demonstrationen gelobt und sich auch für ein Wahlrecht ab 16 Jahren ausgesprochen: "Dass die Jugendlichen jetzt für den Klimaschutz demonstrieren und sich engagieren, ist doch großartig. Das räumt mit dem Vorurteil auf, dass junge Leute nicht aktiv genug wären und sich nicht politisch engagieren". 

(Quelle: PNP vom 02.03.2019)

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die noch Mitte Februar auf der Münchner Sicherheitskonferenz die an den "Fridays for Future" - Aktionen teilnehmenden Schüler in einem Atemzug mit hybrider Kriegsführung genannt und Russland ins Spiel gebracht hatte, hat nun auch Stellung bezogen und sich in ihrem wöchentlichen Videopodcast lobend über das Engagement der Schüler für den Klimaschutz geäußert:

"Ich unterstütze sehr, dass Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen und dafür kämpfen. Ich glaube, dass das eine sehr gute Initiative ist."

(Quelle: taz vom 19.02.2019/BR-Nachrichten vom 02.03.2019)

 

"Dass Frau Merkel uns als Bewegung begrüßt, ist ja klimapolitisch irrelevant. Wir fordern, dass sie klimapolitische Maßnahmen einleitet. Das ist ihr Job."

(Quelle: Klimaschützerin Luise Neubauer (22) in einem Interview / watson.de)

 

"Da demonstrieren die Schüler gegen die Politik von Angela Merkel und werden von ihr sogar gelobt dafür... Die müssen sich doch total verarscht vorkommen...??"

(Quelle: Kabarettist Django Asül im BR-Fernsehen am 21.03.2019)

 

Eine Woche später, beim Politischen Aschermittwoch in Passau, wurden jedoch die für mehr Klimaschutz streikenden Schüler von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), dem unterstellt wird, ein "Buddy" der Automobilindustrie zu sein, schroff abgekanzelt:

"Wir brauchen keine Schulschwänzer..!"

(Quelle: YouTube / Politischer Aschermittwoch der CSU: Rede von Andreas Scheuer am 06.03.19)

 

Nur zwei Tage später sprach dann sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) den "Fridays-for-Future"- Demonstranten ein großes Lob aus.

(Quelle: BR-Nachrichten vom 08.03.2019)

 

Dagegen wurden die streikenden Schüler auch von FDP-Chef Christian Lindner abgekanzelt:

"Der Klimaschutz ist eine Sache der Profis".

(Quelle: BamS/spiegel.de vom 10.03.2019)

Mittlerweile hat er in einem Interview nachgelegt: Es mache ihn "fassungslos, dass Schulschwänzen von manchen Politikern heiliggesprochen wird".

(Quelle: t-online.de vom 06.04.2019)

Anm.: In diesem Zusammenhang fällt mir eine Forderung der bekannten Polar- und Tiefseeforscherin Antje Boetius, die den Appell der 23 000 Wissenschaftler mitunterzeichnet hat, ein:

"Für viele Erwachsene sollte vielleicht eine Schulpflicht für Umwelt- und Klimawandelthemen eingeführt werden".

 

Der Passauer Schulamtsdirektor Werner Grabl wiederum verteidigte in einem Interview die demonstrierenden Schüler und betonte, dass ihm das Thema Umweltbildung an den Schulen besonders wichtig sei. "Diese Schüler, die nicht die Verursacher dieser Klimaveränderungen sind, legen jetzt bewusst den Finger in die Wunde, damit sich die Menschheit nicht noch weiter in eine zerstörerische Klimakatastrophe hineinmanovriert".

Und was die Kritik an den Schülern im Bezug auf deren eigenes Verhalten betrifft, zitiert Grabl Prof.Dr. Rainer Dollase, Erziehungswissenschaftler an der Universität Bielefeld: "Das Kind ist ein homo oecologicus, es wird erst durch die Sozialisation zu einem Umweltschänder gemacht".

(Quelle: PNP vom 09.03.2019)

 

Der amtierende Bayerische Kultusminister Michael Piozolo (Freie Wähler Bayern), ein Jurist, begrüßt es zwar, wenn sich Schüler für den Umweltschutz engagieren und demonstrieren, steht jedoch den Schülerstreiks distanziert gegenüber, erinnert an die Schulpflicht und fordert die Schüler auf, ausschließlich außerhalb der Unterrichtszeit zu demonstrieren.

(Quelle: BR-Interview vom 15.03.2019)

 

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(Quelle: Leserbrief in der PNP vom 29.03.2019)

 

Jürgen Böhm, Vorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands, äußerte sich sehr kritisch über die Schülerdemos und fordert von seiten der Politik klare Richtlinien zu setzen, um klar zu kommunizieren: "Schulpflicht ist nicht verhandelbar."

(Quelle: PNP vom 19.03.2019)

 

Guntram Kraus, Schulleiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums in Passau, ging in seiner Abiturrede u.a. auch auf die Schülerbewegung ein, wobei er die Meinung vertrat "Wer braucht schon Schülerpolitik wie "Frydays for Future", worauf dann die Hälfte der Abiturienten den Saal verließ...

(Quelle: PNP vom 29.06.19 / Leserbrief in der PNP vom 02.07.2019) 

 

Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands und Vorsitzende des Forums Bildungspolitik in Bayern ist da ganz anderer Meinung: "Die weltweiten Proteste mit Beteiligung tausender Schülerinnen und Schüler aus Bayern sind nicht nur ernst zu nehmen, sie verdienen vielmehr Respekt und Anerkennung. Auch wenn sie während der Unterrichtszeit stattfinden". ... "Sie appellieren mit "Fridays for Future" für mehr Nachhaltigkeit und eine politische Kehrtwende in Sachen Klimapolitik. Das ist beeindruckend und zeigt, dass junge Menschen politisch unterwegs sind und sich aktiv beteiligen. Ein leuchtendes Vorbild in Sachen Demokratiepädagogik".

(Quelle: Allgäuer Zeitung vom 22.03.2019)

 

Im Gegensatz zur CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und vielen anderen in der Union hat CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt die Schülerstreiks für mehr Klimawandel gelobt. "Ich finde es gut, wenn eine Generation laut auf ihre Bedürfnisse aufmerksam macht. Das kann auch mal an einem Freitagvormittag sein", sagte er der "Bild am Sonntag".

(Quelle: zdf-nachrichten vom 17.03.2019)

Allerdings muss sich Dobrindt in diesem Zusammenhang den Vorwurf der Heuchelei gefallen lassen, zumal während seiner Amtszeit als Verkehrsminister die CO²-Emissionen des Verkehrs nicht reduziert wurden, sondern sogar um 11 Prozent gestiegen sind. Er hat in diesem Fall wohl die Taktik von Angela Merkel übernommen:

"Lobe deine Gegner. Du wirst sie entwaffnen." (Sprichwort)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quelle:

Leserbrief PNP

vom 22.03.2019)

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Die bekannte Schauspielerin und Komikerin Annnette Frier würde ihren Zwillingen (10) die Teilnahme an den "Fridays for Future"- Demos erlauben. "Es ist auch klar, dass der Politik da der Arsch auf Grundeis geht", sagte Frier. "Es gibt nichts Schlimmeres als weinende oder empörte Kinder", das setze die Politiker enorm unter Druck.

(Quelle: PNP vom 18.03.2019)

 

Man möchte es kaum für möglich halten, aber nun hat sich sogar ein Grüner, nämlich Winfried Kretschmann, Baden-Württembergs Ministerpräsident, kritisch zu den Klimastreiks geäußert: "Das kann keine Dauerveranstaltung sein."

(Quelle: t-online.de vom 02.04.2019)

Anm.: Wenn Herr Kretschmann - was die katastrophalen Folgen des Klimawandels betrifft - auf dem gleichen Wissensstand wäre wie die Schüler, würde er sich wohl schon am nächsten Freitag den Schülerdemos anschließen, denke ich...

 

Dabei haben die Schüler mittlerweile sogar von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) Unterstützung erhalten: "Es ist gut, dass junge Leute Druck machen. Das ist ein Mut machendes Zeichen, und es kann für Bewegung sorgen."

(Quelle: dpa/pnp vom 25.05.2019)

 

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht die "Fridays for Future"-Demos positiv: "Wir haben jetzt jahrelang gesagt, dass sich die Jugend mehr für Politik interessieren soll, jetzt ist es so, und die einen finden es unangemessen, die anderen beklagen den Unterrichtsausfall - alles Käse. Ich bin froh, dass sie sich engagieren."

(Quelle: PNP vom 04.07.2019)

 

Und sogar Papst Franziskus, der bereits vor vier Jahren in seiner Enzyklika "Laudato si´" eindringlich vor den Folgen des Klimawandels gewarnt hatte, unterstützt die Fridays for Future-Bewegung, zumal er bei der Generalaudienz am Petersplatz in Rom am 17.04.2019 Greta gesegnet, gelobt und ermuntert hat, in ihrem Einsatz für den Klimaschutz nicht nachzulassen.

 

Erfreulicherweise haben nun auch mehrere katholische Bischöfe Stellung genommen. So bewundert der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, Greta Thunberg. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck sieht in den Schülerprotesten einen "Aufruf an uns alle, unsere Lebensweise zu prüfen und notwendige Änderungen konkret umzusetzen", und der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer sagte, die Kirche müsse Anwalt der "Fridays for Future"-Bewegung sein.

(Quelle: PNP vom 18.04.2019)

Na, wurde nun auch Zeit, dass zumindest einige kirchliche Würdenträger hierzulande in dieser Angelegenheit Stellung beziehen, zumal ja offensichtlich die "Krone der Schöpfung" auf dem besten Weg ist, der gesamten Schöpfung den Garaus zu bereiten... 

 

Übrigens halten gemäß dem aktuellen "Deutschlandtrend" der ARD 55 Prozent der Deutschen die Proteste für mehr Klimaschutz für gerechtfertigt - auch wenn sie während der Schulzeit stattfinden.

(Quelle: pfaelzischer-merkur.de vom 21.03.2019)

 

Einer Umfrage von Schülerinnen des Gisela-Gymnasiums Passau-Niedernburg in der Passauer Fußgängerzone am 29.03.2019 zufolge stehen hier sogar 99 Prozent der Befragten hinter den Aktionen der Schüler.

(Quelle: PNP vom 30.03.2019) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Greta bei einem Fernsehauftritt in einer Nachrichten-sendung des schwedischen Fernsehens am 27.09.2018.

 

(Quelle: Greta Thunberg - Twitter)

 

 

Um ihr Anliegen absolut korrekt darzulegen und um keine Missverständnisse zu erzeugen, holt sich Greta Rat und bittet regelmäßig Wissenschaftler um Hilfe bei der Erklärung komplexer Fragen.

 

 

 

In Helsinki hielt sie am 20.10.2018 eine Rede vor mehr als   10 000 Menschen. Das war die größte Protestversammlung, die jemals in Finnland stattgefunden hat.

 

(Quelle: Greta Thunberg - Twitter)

 

 

 

 

 

 

 

Schülerstreik-Aktion vor dem Reichstag in Berlin am 14.12.2018.

 

 

(Foto: Leonhard Lenz, CC BY-Lizenz)

 

 

Auch in Ingolstadt fand am 19.12.2018 ein Schülerstreik statt.

 

        

(Foto: Donaukurier vom 20.12.2018 / Foto: Julian Bird - Fotoveröffentl. gen.)

 

 

Greta sieht ihre Klimaschutzaktion wichtiger an als in die Schule zu gehen. Sie fragt sich nämlich, welchen Sinn es habe, in der Schule für eine Zukunft zu lernen, wenn diese Zukunft schon bald nicht mehr existiere.

Ihrer Ansicht nach gibt es für die Klimakrise bereits genügend Lösungen. "Alles, was wir tun müssen, ist aufzuwachen und uns zu verändern."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf Twitter gibt es unter dem Hashtag #FridaysforFuture regelmäßig Aufrufe von Greta, einen "Climate strike" in der Nähe zu finden oder selbst eine Aktion ins Leben zu rufen.

 

(Quelle: Twitter)

 

 

Sie reiste dann auch zum Weltklimagipfel im polnischen Katowice an. Nicht im Flugzeug, wie die meisten der 32 000 Teilnehmer, sondern zusammen mit ihrem Vater in einem Elektroauto. Zwei Tage dauerte die Fahrt. Und sie durfte dann auch tatsächlich - als Vertreterin der Initiative "Climate Justice Now" - vor der UN eine Rede halten, wobei sie in wenigen Sätzen das Zwei-Wochen-Palaver von Katowice demaskierte und das sagte, wozu offenbar kein Politiker mehr in der Lage ist, nämlich die ungeschminkte Wahrheit:

 

"Mein Name ist Greta Thunberg. Ich bin 15 Jahre alt und komme aus Schweden. Ich spreche im Namen der Initiative "Climate Justice Now".

 

Viele Menschen sagen, dass Schweden nur ein kleines Land ist, und dass es egal ist, was wir tun. Aber ich habe gelernt, dass man nie zu klein dafür ist, um einen Unterschied zu machen. Wenn ein paar Kinder auf der Welt Schlagzeilen machen können, indem sie einfach nicht zur Schule gehen, dann stellt euch vor, was wir gemeinsam erreichen könnten, wenn wir es wirklich wollen würden. Aber um das zu tun, müssen wir klar sprechen. Ganz egal, wie unangenehm das sein mag.

 

Ihr sprecht nur von grünem, ewigen Wirtschaftswachstum, weil ihr zu viel Angst davor habt, euch unbeliebt zu machen.

Ihr sprecht nur darüber, mit den immer gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Krise geführt haben. Und das, obwohl die einzige vernünftige Entscheidung wäre, die Notbremse zu ziehen.

 

Ihr seid nicht einmal erwachsen genug, die Wahrheit zu sagen. Sogar diese Bürde überlasst ihr uns Kindern. Aber mir ist es egal, ob ich beliebt bin. Ich will Gerechtigkeit in der Klimafrage und einen Planeten, auf dem wir leben können.

 

Unsere Zivilisation wird dafür geopfert, dass ein paar wenige Menschen auch weiterhin enorme Summen an Geld verdienen können.

Unsere Umwelt wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können.

Es ist das Leid vieler Menschen, das für den Luxus dieser wenigen Menschen bezahlt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Greta Thunberg (15), die berühmteste Schülerin der Welt, sorgte mit ihrer Rede vor der UN im polnischen Katowice für Gänsehaut.

(Quelle:United Nations; screenshot video/clip/un-klimakonferenz...)

 

Im Jahr 2078 werde ich meinen 75. Geburtstag feiern. Falls ich Kinder habe, werden sie diesen Tag vielleicht mit mir verbringen. Vielleicht werden sie mich nach euch fragen. Vielleicht werden sie fragen, warum ihr nichts unternommen habt, solange es noch Zeit gab, um zu handeln.

 

Ihr sagt, dass ihr eure Kinder über alles liebt. Und trotzdem stehlt ihr ihnen ihre Zukunft, direkt vor ihren Augen.

 

Solange ihr euch nicht darauf konzentriert, was getan werden muss, sondern darauf, was politisch möglich ist, gibt es keine Hoffnung.

Wir können keinen Ausweg aus dieser Krise finden, wenn wir sie nicht wie eine Krise behandeln.

 

Wir müssen die fossilen Brennstoffe im Boden lassen. Und wir müssen uns auf Gerechtigkeit konzentrieren.

Und wenn Lösungen in diesem System so schwer zu finden sind, dann müssen wir vielleicht das System ändern.

 

Wir sind nicht hierhergekommen, um die Spitzenpolitiker der Welt anzubetteln. Ihr habt uns in der Vergangenheit ignoriert. Und ihr werdet uns wieder ignorieren.

Euch gehen die Entschuldigungen aus. Und uns geht die Zeit aus.

 

Wir sind hierhergekommen, um euch wissen zu lassen, dass Veränderung kommen wird, ob es euch gefällt oder nicht. Die echte Macht liegt bei den Menschen.

Danke!

 

(Quelle: ZDF/watson.de; bild.de vom 16.12.2018; Wikipedia.org; welt.de; t-online.de)

 

Bravo, Greta! Ich schließe mich der Meinung an, dass das wohl die "Rede des Jahres" gewesen sein dürfte. Vielleicht war es sogar eine der wichtigsten Reden überhaupt. Sie wurde auf der ganzen Welt millionenfach geklickt, und eine bisher unpolitische Jugend kämpft jetzt gemeinsam für den Klimaschutz.

Auch habe ich ganz großen Respekt vor dir, zumal du ein hochintelligentes Mädchen bist, mit deinen Schulstreikaktionen Zivilcourage zeigst, umwelt- und klimaschonendes Verhalten konsequent vorlebst, deine Reden ganz alleine schreibst und in den Interviews kluge, den Nagel auf den Kopf treffende Antworten gibst.

Allein die Tatsache, dass du von der Süddeutschen Zeitung als "Galionsfigur der Klimabewegung" bezeichnet, vom Time Magazine sogar in seine Liste der einflussreichsten Teenager des Jahres 2018 aufgenommen und u.a. vom Magazin "stern" auf der Titelseite abgebildet sowie im Fernsehen in wohl jeder Nachrichtensendung vorgestellt worden bist, zeigt schon, dass du auf dem richtigen Weg bist. Mach weiter so!

Und wenn dir nunmehr zunehmend vom "Onlinemob" (taz) Hass und Hetze entgegenschlagen, zeigt das nur, dass du einen Nerv getroffen hast, weshalb du auch am besten wie der alte Adenauer darauf reagieren solltest:

"Nicht einmal ignorieren!"

 

So hat auch Prof.Dr.Harald Lesch, Astrophysiker, Philosoph, einer der klügsten Köpfe hierzulande und aus zahlreichen Wissenschaftssendungen allgemein bekannt, eine sehr hohe Meinung von dir: "Diese junge Dame zeigt es uns allen, worum`s geht und zeigt uns ganz genau, wo es langgehen muss." Er forderte deshalb die Jugend auf, deinem Beispiel folgend aktiv tätig zu werden und hierbei nicht nachzulassen: "Werdet politisch! Fangt an zu agieren! Es geht um eure Zukunft! ... Ihr seid gewissermaßen die Hämorrhoiden am Hintern der Gesellschaft... Es muss pieksen, es muss wehtun! ... Denn meine Generation hat versagt..."

(Quelle: Interview in der BR-Sendung "Quer" vom 10.01.2019 / BR-Mediathek).

 

So wie es aussieht, wird aus deinem Engagement für den Klimaschutz, für das du in deinem Heimatland Schweden bereits als "Frau des Jahres" und hierzulande am 30.März mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet worden bist, auch eines Tages verdientermaßen den Friedensnobelpreis oder zumindest den Alternativen Nobelpreis erhalten könntest, nun doch schon bald eine weltweite mächtige Protestbewegung, die von den Politikern nicht länger ignoriert werden kann... Diesmal ausgehend nicht von Studenten, sondern von Schülern. Und eure Lehrer dürften sicherlich auch Verständnis für euren Schulstreik haben, denke ich. Es geht nämlich in der Tat um nichts Geringeres als um eure Zukunft und das Überleben auf diesem Planeten. Denn wie warnte doch gleich der "Klimapapst" Hans Joachim Schellnhuber, Professor für Theoretische Physik, Leiter des Potsdam-Instituts für Klimaforschung und Berater der Bundesregierung sowie der UNO in Sachen Klimaschutz, auf dem Klimagipfel in Katowice? 

    

"Wir rasen wirklich auf eine Wand zu. Und der Crash könnte letztlich das Ende unserer Zivilisation herbeiführen."

 

Und wie sagte doch gleich UN-Generalsekretär Antonio Guterres?

 

"Klimaschutz ist eine Frage von Leben und Tod."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Freitag, den 18.01.2019, fand in über 50 Städten in Deutschland ein Schülerstreik mit rund 12 000 Teilnehmern statt.

 

(Quelle: Facebook)

 

Dieser Schülerstreik dürfte der größte in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen sein. Erfreulicherweise berichteten wohl alle Medien darüber, selbst die "Tagesthemen" im ARD-Fernsehprogramm befassten sich mit dieser Thematik.

Bei Google / Bilder - unter "Schülerstreik und Klimawandel" - kann man Fotos von den einzelnen Veranstaltungen betrachten.

 

(Quelle: Twitter / Facebook)

 

 

 

 

 

 

(Quelle: fridaysforfuture.org)

 

Am 15.03.2019 hat nun der erste weltweite Schülerstreik stattgefunden.

 

In rund 2 000 Städten in mehr als 120 Ländern gab es "Fridays for Future"-Demos mit insgesamt mehr als 1,6 Millionen Teilnehmern. Demnach nahmen in Australien rund 150 000 und in Italien sogar 367 000 Menschen daran teil.

In Deutschland protestierten - trotz Sturm und Regen - in rund 200 Demos etwa           300 000 Schüler, Studenten und z.T. auch Eltern für mehr Klimaschutz, v.a. gegen eine verfehlte Verkehrspolitik.

In Berlin demonstrierten bis zu 25 000 Menschen, in München kamen mit rund 10 000 Teilnehmern doppelt so viele wie erwartet, in Frankfurt am Main waren es 6 000. In Augsburg lag die Teilnehmerzahl bei 1 500, in Nürnberg bei mehr als 2 000.

 

In Erlangen haben sich nun auch Eltern den Protestaktionen angeschlossen - unter dem Motto "Parents for Future".

 

Mehr als 23 000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen die Klimabewegung unter dem Motto "Scientists for Future" und haben den jungen Umweltaktivisten eine Liste der Namen übergeben. Darunter der bekannte Arzt und Wissenschaftsjournalist Dr. Eckart von Hirschhausen, Prof.Dr. Hans-Joachim Schellnhuber, Prof.Dr. Claudia Kemfert, Prof.Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker und der Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Siehe hierzu auch auf Youtube einen Bericht von der Bundespressekonferenz vom 12.03.2019 unter "Scientists for Future", an der Wissenschaftler gemeinsam mit Aktivisten der Jugendbewegung teilgenommen haben.

 

(Quelle: BR-Nachrichten vom 12.03./15.03.2019; Tagesschau vom 15.03.2019; Der Tagesspiegel vom 15.03.2019; fridaysforfuture.de)

 

Hier der Text der Stellungnahme der Wissenschaftler:

In Berlin beteiligten sich bis zu 25 000 junge Menschen an der "Fridays for Future"- Demo vom 15.03.2019.

Die gleiche Teilnehmerzahl gab es auch bei der Protestveranstaltung am 29.03.2019, an der auch Greta Thunberg teilnahm.

(Foto: Screenshot Tagesschau vom 15.03.2019)

(Quelle: Leserbrief / PNP vom 25.01.2019)

 

(Quelle: Leserbrief / PNP vom 29.01.2019)

 

 

Greta reiste dann auch noch zum Weltwirtschaftsforum WEF in Davos an. Nicht im Flugzeug, wie die meisten Teilnehmer, sondern mit dem Zug. Rund 32 Stunden hat die Fahrt gedauert. Übernachtet hat sie nicht in einem Hotel, sondern - trotz der winterlichen Temperaturen - in einem mitgebrachten Zelt.

 

Beim WEF stieß ihre Bitte, ein Statement abgeben zu dürfen, erstmal auf Unverständnis. Was sie denn ändern möchte, wurde sie etwas unwirsch gefragt. "Alles", war Gretas knappe Antwort.

Erfreulicherweise durfte sie dann doch noch vor diesem erlauchten Gremium, in dem Top-Manager und Spitzenpolitiker aus der ganzen Welt vertreten sind, am 25.01.2019 eine kurze Rede halten. Diese war - wie nicht anders zu erwarten - wieder mal ein emotionaler Appell an die Entscheidungsträger, sofortige Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen:

 

"Ich will, dass ihr handelt, als wenn euer Haus brennt, denn das tut es". ... "Erwachsene sagen immer wieder: Wir sind es den jungen Leuten schuldig, ihnen Hoffnung zu geben. Aber ich will eure Hoffnung nicht. Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre."

 

Nach Gretas Ansicht geht es in Davos - wie überall - nur um Geld. "Es hat den Anschein, dass Geld und Wachstum unsere einzige Sinnerfüllung sind."

(Quelle: PNP vom 26.01.2019)

 

 

(Foto: Greta Thunberg - Twitter)

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom "Stern" wurde Greta daraufhin sogar auf das Titelblatt gesetzt. Ein "Stern"-Reporter hat in dieser Ausgabe einen ausführlichen Artikel über ihr Engagement für den Klimaschutz und ihren couragierten Auftritt beim WEF in Davos verfasst. Als Schlusssatz war ein anerkennender Kommentar einer Tagungsteilnehmerin zu lesen:

"Das Mädchen hat mehr Eier als die gesamte Nato!"

(Quelle: Titelbild / Stern 6/2019)

 

Na, vielleicht kann ja Greta ein paar von den Dingern abtreten... Mir würden da auch ad hoc einige Leute einfallen, z.B. Autoritätspersonen, die - wohl in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Obrigkeit - keinerlei Verständnis für die Streikaktionen der Schüler aufbringen können und teilnehmenden Schülern Schulstrafen androhen..., oder ein Bezirksschülersprecher, der mächtig Angst hat vor diesen Strafen...

 

Jedenfalls gebührt unserer Heimatzeitung Passauer Neue Presse großer Dank dafür, dass man auch hier immer wieder ausführlich über Greta Thunberg und ihre Streikaktionen berichtet. So wurde dieser ganzen Thematik u.a. in der Ausgabe vom 08.02.2019 die komplette Seite 3 gewidmet, ein Foto mit Greta Thunberg sogar auf die Titelseite gesetzt und bei dieser Gelegenheit auch ausdrücklich auf die am selben Tag in Passau geplante Schülerstreikaktion hingewiesen. Auch über die nachfolgenden Demos wurde stets ausführlich und äußerst positiv berichtet.

Siehe hierzu auch ein von der PNP auf Youtube eingestelltes Video unter:

 

www.pnp.de/video

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chefredakteur Ernst Fuchs hat hierzu auch noch einen Kommentar geschrieben, der wieder mal den Nagel auf den Kopf trifft.

(Quelle: PNP vom 08.02.2019)

 

 

 

 

Bei dieser ersten Schülerstreikaktion in Passau am 08.02.2019 beteiligten sich nicht weniger als rund 1 300 Schüler aller Schularten, die vom Klostergarten in einem langen Demons-trationszug durch die Fußgängerzone zum Rathausplatz zogen.

(Foto: H. Fenzl)

 

 

 

 

 

 

 

Laut PNP-Bericht befand sich unter den Demonstranten - als Begleitung für ihre noch recht junge Tochter - auch eine Lehrerin. Respekt!

(Foto: H. Fenzl)

 

Auch von meiner ehemaligen Wirkungsstätte, dem Maristengymnasium Fürstenzell, reisten mit Genehmigung der Schulleitung rund 120 Schüler mit zwei von der SMV organisierten Bussen an. Toll!

 

Obwohl in Passau rund 12 000 Studenten leben, bleibt es hier offensichtlich den Schülern allein überlassen, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Schade!

 

Am 08.03.2019 fand in Passau bereits die dritte "Fridays for Future"-Demo statt, und zwar extra während der Ferien, um zu zeigen, dass es den Teilnehmern in keinster Weise nur ums "Schuleschwänzen" geht, was ihnen immer wieder mal unterstellt wird, z.B. von dem aus Passau stammenden Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

 

(Quelle: PNP vom 09.03.2019)

 

An der Demo vom 15.03.2019 nahmen trotz Sturm und Regen rund 150 Schüler teil. Die nächsten Aktionen sollen dann vierzehntägig stattfinden.

 

(Quelle: PNP vom 25.05.2019)

(Quelle: PNP vom 25.05.2019)

 

Der am 25.05.2019 stattgefundene Protestzug durch die Passauer Altstadt wurde extra auf den Spätnachmittag verlegt, um die teilnehmenden Schüler vor schulischen Sanktionen zu bewahren. Erfreulicherweise nahmen rund 400 Demonstranten daran teil, darunter auch mehrere Politiker.

Deutschlandweit nahmen etwa 300 000 Menschen an den Demonstrationen teil.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quelle: Leserbrief / PNP vom 23.02.2019)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quelle: PNP vom 09.04.2019)

Was die Schülerstreik-Aktionen betrifft, so argumentiert Greta gegenüber ihren Kritikern:

 

"Wenn jeder den Wissenschaftlern zuhören würde und den Fakten, auf die ich mich die ganze Zeit beziehe, dann würde niemand mir zuhören müssen oder den Hundertausenden Schülern, die auf der ganzen Welt für das Klima streiken. Dann könnten wir alle zurück in die Schule gehen."

 

(Statement von Greta Thunberg auf Facebook)

 

(Quelle: www.fridaysforfuture.org)

 

An all diesen Orten finden bereits "Fridays for Future" -Demos statt.

Wann zuvor ist es jemandem gelungen, eine derart riesige, weltumspannende Aktion zu initiieren...? 

Bravo, Greta!

 

Sogar in China gibt es mittlerweile eine sehr, sehr mutige junge Klimaaktivistin:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quelle: t-online-Nachrichten vom 28.05.2019 / Foto: privat)

 

 

Am 30.03.2019 erhielt nun Greta bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" in Berlin einen Sonderpreis für Klimaschutz. Jeder, der dieses Event am Fernsehen mitverfolgt hat, war wohl von Gretas Rede ebenso ergriffen wie die 1 200 Gäste, die nahezu nach jedem Satz Beifall spendeten und ihr am Ende sogar Standing ovations zuteil werden ließen.

 

"Vielen Dank!

 

Ich möchte diesen Preis all denjenigen widmen, die den Hambacher Wald schützen und den Klimaaktivisten, die dafür kämpfen, viele Energieträger in der Erde zu belassen, überall.

 

Wir leben in einer merkwürdigen Welt, in der die versammelte Wissenschaft uns lehrt, dass wir nur noch 11 Jahre entfernt sind vom Auslösen einer unumkehrbaren Kettenreaktion, die sich menschlicher Kontrolle entzieht und die wohl das Ende unserer Zivilisation bedeuten würde.

 

Wir leben in einer merkwürdigen Welt, in der Kinder ihre eigene Ausbildung opfern müssen, um gegen die Zerstörung ihrer Zukunft zu protestieren.

In der diejenigen, die am wenigsten dazu beigetragen haben, am meisten davon betroffen sein werden.

In der Politiker sagen, es ist zu teuer, die Welt zu retten, während sie Milliarden von Euro aufwenden, fossile Energieträger zu subventionieren.

 

Wir leben in einer merkwürdigen Welt, in der es niemand wagt, über unser gegenwärtiges politisches System hinauszuschauen, obwohl klar ist, dass die Antworten, nach denen wir suchen, sich nicht in der heutigen Politik finden lassen werden.

 

 

 

Eine Welt, in der sich manche mehr Gedanken darüber machen, ob Kinder zur Schule gehen, als über die Zukunft der Menschheit.

 

Eine Welt, in der sich jeder seine eigene Realität aussuchen kann und seine eigene Wahrheit kaufen kann.

In der unser Überleben abhängt von einem kleinen und verschwindenden Vorrat an fossilen Energieträgern, und kaum jemandem ist das bewusst.

 

Eine Welt, in der wir glauben, dass wir uns herauskaufen können aus einer Krise ...(?)

 

Eine Welt, in der ein Fußballspiel oder eine Filmgala mehr Aufmerksamkeit bekommt als die größte Krise, vor der die Menschheit je stand.

 

Eine Welt, in der Prominente, Film- und Popstars, die sich gegen alle möglichen Ungerechtigkeiten auflehnen, sich nicht gegen Umwelt- und Klimagerechtigkeit engagieren, weil sie dann nicht mehr um die Welt fliegen könnten, um ihre Lieblingsrestaurants, Strände oder Yogakurse zu besuchen.

 

Den katastrophalen Klimazusammenbruch zu verhindern, dies scheint unmöglich. Aber genau das müssen wir tun.

 

Und jetzt kommt die Wahrheit: Wir schaffen das nicht ohne Sie, hier heute im Publikum.

Die Menschen sehen Sie, sehen euch Prominente als Götter an. Ihr habt Einfluss auf Milliarden von Menschen. Wir brauchen Euch! Ihr könnt Eure Stimme verwenden, um Bewußtsein zu schaffen für diese globale Krise! Ihr könnt dazu beitragen, dass aus Einzelpersonen ganze Bewegungen werden. Ihr könnt dabei helfen, dass unsere Verantwortlichen (erkennen), dass unser Haus in Flammen steht.

 

Wir leben in einer merkwürdigen Welt. Aber es ist die Welt, die meiner Generation nun bleibt. Die einzige, die wir haben.

 

Wir stehen jetzt bei einem Scheideweg unserer Geschichte. Wir sind dabei zu versagen, aber noch haben wir nicht versagt. Wir können es noch schaffen, es gibt noch Zeit. Es liegt ganz bei uns.

 

Vielen Dank!"

 

Standing ovations der 1 200 Gäste...

(Quelle: ZDF vom 30.03.2019 / Screenshots)

 

 

 

 

Greta Thunberg bei ihrer Rede vor dem Umweltausschuss des Europaparlaments in Straßburg.

(Foto: Screenshot YouTube)

 

Am 16.04.2019, also wenige Wochen vor der Europawahl, rief Greta die Erwachsenen dazu auf, bei hrer Stimmabgabe an den Klimaschutz zu denken. "Ihr müsst auf uns hören, auf die, die nicht wählen können." ... "Ihr müsst für uns wählen, für eure Kinder und Enkel." ... "Unser Haus bricht auseinander", sagte sie mit Blick auf die Folgen für den Planeten. Greta monierte, dass zuletzt mehrere EU-Sondergipfel zum Brexit stattgefunden haben, aber kein einziger wegen der Klimakrise.

(Quelle: PNP vom 17.04.2019)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto: Screenshot Video des Vatikans / YouTube)

 

Von Straßburg reiste Greta mit dem Nachtzug weiter nach Rom, um an der Generalaudienz von Papst Franziskus auf dem Petersplatz teilzunehmen. Greta bedankte sich beim Papst für seinen Einsatz für den Klimaschutz: "Danke, dass Sie für das Klima einstehen und die Wahrheit sagen. Wirklich, das bedeutet viel". Außerdem lud sie ihn zum Klimastreik am 24.Mai ein.

Der Papst segnete Greta und ermunterte sie, nicht nachzulassen in ihrem Kampf gegen den Klimawandel: "Setze deine Arbeit fort! Mach weiter so! Mach weiter so!"

 

 

 

Am gleichen Tag, also am 18.04.2019, hielt sie auch noch vor dem Senat in Rom eine Rede und forderte zum Umdenken auf:

"Wir sind nicht auf die Straße gezogen, damit ihr Selfies mit uns machen und uns sagen könnt, dass ihr bewundert, was wir tun. Wir haben wahrscheinlich nicht mal eine Zukunft. ... Ihr habt uns angelogen und falsche Hoffnungen gegeben. Ihr habt gesagt, die Zukunft ist etwas, auf das man sich freuen kann...".

 

Antonio Navarra, Präsident des Euro-Mittelmeer-Zentrums für Klimawandel, räumte dann auch unumwunden ein:

"Es ist wahr, dass wir uns an einem Wendepunkt befinden. Die Kohlendioxid-Konzentration befindet sich auf einem sehr hohen Niveau. Wir haben Beweise dafür, dass sie höher ist als die letzten Millionen Jahre. Wir haben indirekte Beweise dafür, dass sie höher ist als die vergangenen 30 Millionen Jahre..."

 

In diesem Filmbeitrag wurde auch noch ein Kommentar einer Schülerin aus Rom eingespielt: 

"Das Mädchen könnte die Welt verändern..."

 

(Quelle: Screenshot / www.YouTube.com/watch?v=TAtNINEwYrE)

 

 

"Greta und Arnie kämpfen fürs Klima", lautete am 29.05.2019 eine der Hauptschlagzeilen in der Presse. Arnold Schwarzenegger, Schaupieler und Ex-Gouverneur von Kalifornien, hatte nämlich Greta zur Teilnahme am Wiener Weltklimagipfel der Nichtregierungsorganisation R20 eingeladen.

Mit auf dem Bild: UN-Generalsekretär Antonio Guterres (links) und Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

(Quelle: Screenshot ntv-Nachrichten vom 29.05.2019)

 

Greta Thunberg und die Bewegung "Fridays for Future" sollen nun auch noch den Menschenrechtspreis von Amnesty International erhalten.

(Quelle: PNP vom 08.06.2019)

 

"Wir haben allen Grund, der "Fridays for Future"-Bewegung dankbar zu sein. Die streikenden Schüler haben es geschafft, die größte selbstorganisierte Klima-Demo der Welt auf die Beine zu stellen. Sie haben es geschafft, die Politik und jeden einzelnen von uns aus dem verantwortungslosen Tiefschlaf aufzuscheuchen. (...) Es sieht so aus, als könnten tatsächlich gegen alle Widerstände die überfälligen konkreten Maßnahmen auf den Weg gebracht werden."

(Quelle: PNP / Leserbrief von Dr. Anton Huber vom 23.04.2919)

 

 

Dank der "Fridays for Future"-Bewegung gibt es mittlerweile weltweit Bestrebungen, den Klimanotstand auszurufen, so z.B. in Los Angeles, Vancouver, London und Basel. Auch das britische Parlament hatte sich am Mittwoch dafür ausgesprochen. 

Bei uns in Deutschland hat nun auch der Gemeinderat von Konstanz den Klimanotstand in der Stadt ausgerufen. In Kiel und Hamm gibt es ähnliche Bestrebungen.

(Quelle: t-online.de vom 03.05.2019)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier gibt es Informationen zur Bewegung "Scientists for Future", welche die Schülerproteste unterstützt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier gibt es Informationen zur Bewegung "Parents for Future", deren an den Bundestag gerichteten Petition bereits von mehr als      70 000 Personen unterzeichnet wurde:

Die "Fridays for Future"-Bewegung wird mittlerweile auch von uns Künstlern unterstützt:

 

Die Bewegung bekommt weiterhin Zuspruch. So gibt es mittlerweile neue Gruppierungen wie die "Pädagogen for Future", "Psychologists for Future", "Entrepreneurs for Future", "Developers for Future", und "Kitas for Future".

 

 

Fazit: Wenn die Politik versagt, ist ein 15- bzw. mittlerweile 16-jähriges Mädchen aus Schweden gefragt...

 

 

Website:

www.fridaysforfuture.org

(Hier kann man auch sämtliche Reden von Greta aufrufen)

 

 

Verleihung der Goldenen Kamera am 30.03.2019:

https://www.youtube.com/watch?v=29k-f9K0NmQ

 

Diskussionsthema bei Anne Will: Greta Thunberg

https://www.youtube.com/watch?v=LiRAuweyRBk

 

Auch auf Wikipedia kann man eine sehr ausführliche Zusammenstellung zu "Fridays for Future" finden.

(Grafik: Lena Ignestam / fridaysforfuture.org/materials)

 

(Genehmigung zur Wiedergabe von PNP-Beiträgen am 18.03.2019 erteilt)

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© Hubert Fenzl